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Zum letzten Derby der Saison...

...gab die TSG ihre Visitenkarte in unserer Halle ab, gegen die wir im Hinspiel im ersten Abschnitt unsere Probleme hatten.

So brauchten wir heute nicht allzu viele Minuten, um uns zu sammeln, denn nach dem 2:0 erhöhten wir vorerst auf 5:1. Zunächst noch unsortiert in unserer Hinterreihe, wollten sich die Emmerthalerinnen nicht ganz abschütteln lassen (6:4, 8:5, 9:6). Wurde eigentlich schon jemals unsere Chancenverwertung…? Ok, lassen wir das. Was dann doch folgte, war schon sportliche Ekstase. Mit mehr Biss in der Abwehr ließen wir der TSG weniger Freizügigkeit, unsere Offensive riss mit gutem Durchlauf immer wieder Lücken auf, und bei Michaela Schostags millimetergenauen Zuckerpässen zu massig Kontern ging schon mal ein Raunen durchs weite Rund. Solch eine Hormonausschüttung hatten vielleicht einige seit ihrem letzten Besuch im Rasti-Land nicht mehr. Über das 11:7 legten wir vor zum 19:8 und 20:9, dem folgte das 21:10 mit einer 22:11-Führung.

Wir hätten besser keiner Pause bedurft, denn der Gang in die Katakomben minimierte unseren klasse Schwung ein wenig, dennoch blieb der 12-Tore-Abstand (25:13, 26:14, 27:15, 28:16, 29:17) stetig, unser Rückzugsverhalten behielten wir erfolgreich bei und unsere Defensive war wenig reparaturbedürftig und hielt an ihrer Stabilität fest, wobei Melanie Huer im Viereck ihrer Vorgängerin in Abschnitt Zwo in Nichts nachstand. Unsere Abteilung „Attacke“ war nicht mehr ganz so flüssig, so war im Tempospiel nach vorne durch kleinere Fehler verkehrsberuhigte Zone, aber nach kurzem Durchrütteln fanden wir unser Garn sowie die Lederpille ihre Route wieder und nutzten erneut die Schwächen des Lokalrivalen rigoros aus. Nach dem zwischenzeitlichen 33:17 läuteten wir durch eine klasse Teamvorstellung die handballfreie Zeit sowie unsere darauffolgende Meisterfeier mit einem nie gefährdeten 35:18-Sieg ein.

Super Auftritt von unseren beiden Keepern, Jana Hempel war die Schnellste nach vorne und Michele Sonntag wartete mit tollen Anspielen auf.

Ein großes Dankeschön an die tolle Kulisse mit einer starken Unterstützung!

Ganz speziellen Dank an das beste Cateringteam ever für die wahnsinnige dritte Halbzeit.

Tore:
Jana Hempel (9), Manuela Schostag (9), Antje Lages (4/1), Michele Sonntag (3), Inga Symann (3), Elisa Vehlies (3), Marijke Hoyer (2), Marina Jetter (1), Jennifer Wächter (1) - Mareike Lippmann, Sylvana Wächter, Miriam Wulff

Tor:
1. HZ: Michaela Schostag
2. HZ: Melanie Huer


Noch etwas in persönlicher Sache:

Leider muss ich auf Grund einer wieder aufgetretenen, schwerwiegenden Verletzung sehr schweren Herzens meine internationale Weltkarriere im jahrzehntelangen aktiven Handballsport aufgeben.

Nach den wunderbaren Stationen beim TV 87 Stadtoldendorf und sodann dem TC Hameln hatte ich nicht erwartet, noch einmal „ein zu Hause“ zu finden, bei dem ich mich so wohl fühle und meine Handballrente einreichen kann. „Danke“, dass ich Teil einer so irren Mannschaft (nebst Anhang) sein durfte - und auch weiterhin sein darf. So denn, weil gewünscht, als Pressefuzzi, Kofferschlepper oder Dextro-Brecher, habt ihr mich weiter an der Backe. Selbst schuld.

Ich danke diesem grandiosen Team und natürlich meinem Trainer von ganzem Herzen, welche mir einen so emotional unvergessenen und fast filmreif perfekten Abtritt vom Parkett ermöglicht haben (Ein Hoch auf den Erfinder des wasserfesten Mascaras). So durfte ich die letzten Minuten auf dem Spielfeld verbringen und den letzten Treffer sowohl des Derbys als auch meiner nunmehr endenden aktiven Laufbahn zum 35:18 im wahrsten Sinne mit der Schlusssirene erzielen.


Marina Jetter
erstellt am 30.04.2018